Unsere Ideale

Einigkeit – Frieden – Eintracht

Einigkeit, Frieden und Eintracht sind mit den Druidenlogen seit alter Zeit verbunden. Sie werden auch in den englischen Logen als „Unity, Peace and Concord“ genannt, was dafür spricht, dass sie schon bei Gründung des Ordens oder kurz danach als Leitmotiv aufgenommen wurden.

Die Einigkeit, denn sie gibt Stärke

„Einigkeit macht stark“ ist ein bekannter Spruch und, um Schiller zu zitieren: „Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern“ heißt es im Rütlischwur bei Wilhelm Tell. Einigkeit wird hier deutlich einer brüderlichen Gemeinschaft zugeordnet und ist wohl stets mit ihr zu verbinden.

Der Frieden mahnt zur Achtung voreinander

Frieden ist ein Zustand harmonischen und ungestörten Zusammenlebens in der Gemeinschaft. Frieden bedeutet, dass alle Mitglieder der Gemeinschaft miteinander gutes Auskommen pflegen und dass keiner danach strebt, zu Lasten eines anderen Vorteile zu erlangen. Dies ist der innere Frieden, der nur erhalten werden kann, wenn ein jeder den anderen achtet und auch beachtet, damit die Harmonie erhalten bleibt.

In Eintracht wollen wir gemeinsam handeln

Das Wort Eintracht hat einen ähnlichen Klang wie Einigkeit, wodurch auch ihre Bedeutungen nahe zusammengerückt sind. Im Englischen liegen Klang und Wortbedeutung von unity und concord weiter auseinander. Ebenso ist es im Lateinischen mit unitas und concordia. Concordia steht als Zusammensetzung von cum und cor, also von gemeinsam (mit) und Herz, für ein gemeinsam aktives, ein beherztes Handeln. Im Deutschen lässt sich Ähnliches im verbreiteten Sprachgebrauch auch aus dem Wort Eintracht entwickeln: Trachten ist das Streben nach einem Ziel. Eintracht bedeutet dann, dass dieses Ziel durch gemeinsames Handeln erreicht werden soll.

Jeder dieser drei Begriffe ist im Schillerschen Sinn von „göttlicher Unerreichbarkeit“ und es lohnt die Mühe, sich strebend um die Verwirklichung zu bemühen. Es handelt sich also um drei klassische Ideale.

Humanismus und die Ideale der Humanität

Der Deutsche Druiden-Orden fühlt sich dem Humanismus verpflichtet. Wenn wir von Humanitätsidealen sprechen, so ist zunächst etwas Klärung nötig: Was ist Humanismus, was Humanität und in welchem Zusammenhang gehören diese Ideale?

Das lateinische Wort, das zu den beiden Begriffen führt, ist humanus und bedeutet menschlich. Humanismus ist eine Weltanschauung, die sich an den Interessen, den Werten und der Würde des einzelnen Menschen orientiert. Sie greift auf abendländische Philosophen seit den Zeiten des alten Griechenlands und Roms zurück. Der Humanismus stellt die Frage „Was ist der Mensch? Was ist sein wahres Wesen?“ Unter Humanität wird die praktische Umsetzung der Ideen des Humanismus verstanden.

Wissenschaftlich betrachtet könnte man den Humanismus als philosophischen Denkansatz durchaus in Frage stellen. Mit völlig anderen philosophischen Grundideen oder -methoden könnten völlig andere Gedanken und Erkenntnisse entwickelt werden. Das gilt im Übrigen für alle Wissenschaften. Wissenschaft ist grundsätzlich nicht mehr als eine Methode.

Wenn der Deutsche Druiden-Orden den Humanismus zur seiner Grundlage erklärt, dann trifft er eine bewusste Entscheidung, nimmt er eine bewusste Haltung ein: Er bekennt sich zur humanistischen Weltanschauung und damit auch zur Humanität als ihrer Umsetzung in unser Leben.

Um 1795, also zeitnah zur Gründung unseres Ordens, schreibt Johann Gottfried Herder dazu in seinen „Briefen zur Beförderung der Humanität“: „Humanität ist der Charakter unseres Geschlechts; er ist uns aber nur in Anlagen angeboren und muss uns eigentlich angebildet werden. Wir bringen ihn nicht fertig auf die Welt mit, auf der Welt aber soll er das Ziel unseres Bestrebens, die Summe unserer Übungen, unser Wert sein (…) Humanität ist der Schatz und die Ausbeute aller menschlichen Bemühungen, gleichsam die Kunst unseres Geschlechts. Die Bildung zu ihr ist ein Werk, das unablässig fortgesetzt werden muss, oder wir sinken (…) zur rohen Tierheit, zur Brutalität zurück.“

Humanität, wie Herder sie beschreibt, ist vom Gedankengut der Aufklärung geprägt. Dieser Begriff fasst verschiedene geistige und kulturelle Strömungen zusammen, denen allen gemeinsam ist, dass sie die Menschen zum Gebrauch ihres eigenen Verstandes ermuntern. Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sollen für alle Menschen verwirklicht werden. Das Zeitalter der Aufklärung war von großen gesellschaftlichen Umwälzungen, einem Aufblühen der Wissenschaften, romantischer Liebe zur Natur und einer neuen Sichtweise auf die eigene Geschichte geprägt. In jener Zeit entstand der Druiden-Orden.

In unseren Logen wollen wir, ganz im Sinne der Aufklärung, die ethischen Grundlagen für ein Leben in Selbstbestimmung und Freiheit fördern – auch für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft.