Was ist eine Loge?

Wenn man sich als Mitglied einer Loge zu erkennen gibt, kommen meistens die Fragen: „Was ist eine Loge?“ „Was macht man da?“ „Ist das nicht ein Relikt aus alten Zeiten?“ „Ist das so ein Geheimbund?“ „Druiden – so wie Miraculix oder Asterix?“ uvm.
Es ist unmöglich, „Loge“ in zwei oder drei Sätzen zu beschreiben. Die Mitgliedschaft in einer Vereinigung wie dieser ist eine Lebenseinstellung und ein Lebensgefühl und man kann es nicht einfach kurz und knapp erklären.

Was ist eine Loge?

Eine Loge ist praktisch gesehen eine lokale Niederlassung eines Ordens. Der Orden als Dachgesellschaft hat also seine „Niederlassungen“ vor Ort – also die Logen – die dort Ihre Logenarbeit verrichten, die Weisungen und Werte vertreten und somit den Grundstein für das Bestehen des Ordens bilden. Die Sitzungen finden in einem Logenhaus statt. Dies kann entweder ein Gebäude sein, welches eigens für diesen Zweck errichtet wurde oder beliebige Gebäude, in denen die Loge einen Raum angemietet hat, um dort Ihre Sitzungen abzuhalten.

Was ist ein Orden?

Orden leitet sich ab aus dem lateinischen „Ordo“ = Ordnung. Meist kennt man diese Bezeichnung von kirchlichen Vereinigungen wie z. B. dem Benediktiner-Orden, dem Franziskaner-Orden, Dominikaner-Orden, etc. Ein Orden ist also Lebensgemeinschaft, die nach verfassten Ordensregeln lebt. Der Druidenorden hat dabei nichts mit kirchlichen Organisationen gemeinsam. Vielmehr soll mit der Organisation in einem Orden zum Ausdruck gebracht werden, dass die Brüder ihr Leben nach den Ordensregeln gestalten und die Gemeinschaft eine tiefe Bindung untereinander pflegt.

Warum sind Orden und Logen entstanden?

Logen sind zu einer Zeit entstanden, in der man seine Meinung nicht frei äußern konnte.
Übte man z. B. Kritik am König oder am bestehenden System, musste man Repressalien wie Verfolgung, Überwachung, Verhaftung, Folter oder gar die Todesstrafe fürchten. Aus diesem Grunde fanden sich Männer in vertrauten Gruppen zusammen, in denen ein offenes Wort gesprochen werden konnte.
In einem verschlossenen Raum konnte man im kleinen Kreis seine Meinung frei äußern, ohne den oben genannten Gefahren ausgesetzt zu sein.
Zur Erweiterung des (Bruder-) Kreises fand ein umfassender und langwieriger Auswahlprozess statt. Um ausschließen zu können, dass Spione oder Diener des Staates in den Kreis gelangen, wurden nur Männer eingeladen, die auf persönliche Empfehlung eines bestehenden Mitglieds vorgeschlagen wurden. Um aber in den „inneren“ Kreis zu gelangen, musste der Interessent seine Aufrichtigkeit beweisen und sich einer umfassenden Prüfung unterziehen. Erst nach mehreren Monaten wurde er dann in den Kreis eingeführt und zählte als vollwertiges Mitglied (Bruder).

Um die in den kleinen Kreisen besprochenen Dinge weiter in das Land zu bringen, wurde dann ein Orden gegründet, der seine Niederlassungen – also die Logen – im ganzen Land installierte. Somit entstand eine Opposition im geheimen – quasi im Untergrund. Dies dürfte wohl auch der Grund sein, weshalb den Logen bis heute der Mythos eines „Geheimbundes“ anhaftet.

Es entstanden im Laufe der Zeit aber noch andere Aufgaben der Ordensarbeit. Da es damals keine Sozialversicherung gab, halfen die Brüder sich gegenseitig untereinander. Wenn ein Bruder in Not geriet, halfen ihm die anderen Brüder finanziell oder auch durch Taten.
Dazu kamen später auch wohltätige Zwecke für in Not geratene Außenstehende.

Einige dieser Grundprinzipien sind bis heute erhalten geblieben. Die Logensitzung findet auch heute noch im verschlossenen Innenraum statt und nichts, was dort besprochen wird, wird jemals nach außen dringen. Auch kann man bis heute einer Loge nicht einfach so beitreten. Ein Gast wird – meist von einem bestehenden Bruder – geladen und besucht über längere Zeit die offene Außenloge. Erst dann, wenn alle Brüder in einer geheimen Abstimmung nahezu einstimmig zustimmen, kann der Interessent in die Loge eingeführt werden.

Auch ist gegenseitige Hilfe unter Brüdern bis heute selbstverständlich, sowie auch die Wohltätigkeit nach außen. Hierzu gibt es bis heute in unserem Orden den sog. „Wohltätigkeitsschatz“. Die Druiden-Hilfe, die auf Weisung der Logen vor Ort Spenden an bedürftige Personen oder Institutionen leistet.

Was macht man in einer Loge?

Im 2-wöchigen Rhythmus zelebrieren wir unsere Innenlogensitzung anhand von feststehenden Ritualen. In diesem Rahmen findet auch ein – meist philosophischer – Vortrag eines Bruders statt. Die Rituale werden nach alten überlieferten Prozessen abgehalten und geben den Brüdern nicht nur Entspannung und Abstand vom Alltag. Sie prägen dazu noch den geistigen und offenen Blick auf die Welt und rufen unsere Ideale in das Gedächtnis. In Kombination mit althergebrachten Umgangsformen und heute nicht mehr gebräuchlichen sprachlichen Komponenten bringt die Innenloge somit ebenfalls einen Abstand zum – sonst so schnelllebigen und oberflächlichen – Alltag.

Es ist also das große und ganze – die Kombination aus Ritual, Kerzenschein, Musik, Vortrag, Umgangsformen und nicht zuletzt das Gemeinschaftsgefühl im Bruderkreis – was eine Logensitzung jedes Mal aufs Neue ein Erlebnis werden lässt.

Man muss die Stille, die Abläufe und das Gemeinschaftsgefühl, welches sich in einer Sitzung entwickelt für sich „aufsaugen“ und lernt mit jeder Sitzung die Zugehörigkeit neu zu schätzen.
Ein Gefühl der ehrlichen und tiefen Gemeinschaft – wie Sie niemals in einem Marketingclub, Lions-Club, Rotary o. ä. zu finden sein wird.

Im Anschluss findet die Außenloge statt, zu der auch Gäste willkommen sind. Je nach Anlass findet hier ein Brudermahl mit brüderlichem Gespräch sowie auch meist ein weltlicher Vortrag statt.
Um 22:00 Uhr gedenken wir allen Brüdern, die an diesem Abend – aus welchen Gründen auch immer – nicht bei uns sein können.

Ist eine Loge überhaupt noch zeitgemäß?

Nachdem die Gesellschaft offener und die politischen Systeme liberaler wurden, konnten Menschen Ihre Meinung frei äußern. Diese Entwicklung machte aber eine Loge keinesfalls überflüssig.
Im Gegenteil. Die heutige Gesellschaft mag zwar offen und liberal sein. Aber es nimmt die Oberflächlichkeit, der Egoismus, die Unverbindlichkeit, die Schnelllebigkeit und nicht zuletzt das gegenseitige Misstrauen rasant zu.
Hier ist eine Loge mit ihren Brüdern wie ein Fels in der Brandung. Einem Bruder kann man sich immer anvertrauen und er wird nach bestem Wissen und Gewissen weiterhelfen – ohne daraus einen persönlichen Vorteil ziehen zu wollen. Im Bruderkreis kann man offen sprechen – sich fallen lassen –  und es wird niemals etwas davon nach außen dringen. Die Brüder werden sich mit jedem Anliegen beschäftigen und mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten versuchen zu helfen. Es geht im Bruderkreis nicht darum, gegenseitig ein Geschäft zu machen oder Geschäftsbeziehungen anzubahnen. Aus diesem Grund ist es auch unerheblich, welchen finanziellen, gesellschaftlichen, beruflichen, politischen, bildungstechnischen oder religiösen Status der Bruder besitzt.
Wichtig ist einzig und allein die Bereitschaft, über den Tellerrand hinaus blicken zu wollen, sich in einer Gemeinschaft engagieren zu wollen und einen aufrichtigen und toleranten Lebensstil führen zu wollen.