Werte, Weisungen & Ideale
Dieses Kapitel ließe sich sehr umfangreich darstellen und würde allein schon mehrere Seiten füllen – was für diese Übersicht den Rahmen sprengen würde. Generell betrachtet gibt es für uns aber zunächst unsere 7 historischen Weisungen, nach denen wir versuchen unser Leben auch im Alltag zu gestalten. Diese lauten:
– Befleißige Dich, Deine Kenntnis zu mehren, denn Wissen ist Macht.
– Ist Dir Macht verliehen, übe Sie mit Vernunft und sei eingedenk, dass sie wieder aufhören wird.
– Ertrage des Lebens Übel mit Standhaftigkeit und bedenke, dass irdischer Kummer nicht ewig währt.
– Übe die Tugend, denn Sie gibt Frieden.
– Verabscheue das Laster, denn es bringt Unglück und Sorge.
– Handle als guter Bürger Deines Landes und der Welt in allen gerechten Dingen.
– Pflege die geselligen und sozialen Tugenden, so wirst Du von vielen Menschen geachtet werden.
Als grundsätzliche Ideale bezeichnen wir die folgenden 3 Ideale: Einigkeit – Frieden – Eintracht.
Dazu kennen wir noch die Druidischen Humanitätsideale:
– Uns leite Brüderlichkeit aller Menschen
– Die Nächstenliebe sei uns Pflicht zur Tat
– Das Menschenrecht sei jedes Menschen Anspruch
– Des anderen Meinung sei mit Toleranz geachtet
Generell sind die Ideale eine Auswahl aus der Gesamtheit der Ideen und des Bestrebens, das menschliche Dasein und das Zusammenleben aller Menschen zu verbessern.
Erkennungszeichen
Als Erkennungszeichen gibt es zum einen globale Ordenssymbole wie z. B. den Siebenstern. Dazu gibt es für jeden Grad ein besonderes Grußzeichen, welches aber nur in der Innenloge gegeben wird und nicht öffentlich ist. Ein Logenmitglied gibt sich offiziell durch das Tragen dies Siebstern am Revers am Sakko zu Erkennen. Darüber hinaus gibt es aber auch besondere Zeichen zur Brudererkennung durch bestimmte Fragen oder Gestiken, die für einen Außenstehenden unauffällig sind – ein Bruder wird dies aber zu deuten wissen. Den weltweiten Zugang zu den Logen erhält man mit einem Passwort, das sich jährlich ändert und den Brüdern in der Innenlogensitzung mitgeteilt wird.
Wie wird man Mitglied einer Loge
Mitglied werden kann jeder ab 25 Jahren nach einer Einladung eines zum Orden gehörenden Bruders oder nach einer förmlichen Bewerbung. Unabhängig von Titeln, gesellschaftlichem Status oder Beruf. Wichtig ist nur die Bereitschaft, über den Tellerrand hinauszuschauen. Ein Interessent besucht daraufhin über mehrere Monate die Außenloge und lernt den Bruderkreis kennen. Nach dieser Phase entscheiden die Brüder in einem nicht öffentlichen Ritual gemeinsam über die Aufnahme.
Bei einer positiven Abstimmung wird der Interessent in im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung in den Orden eingeführt.
Es geht in einer Loge weder um „Networking“ noch um „Business“. Man sollte dazu bereit sein, sich auf die Stille und die Verschwiegenheit einzulassen. Loge ist mehr als nur ein Termin für eine Sitzung, der im Kalender steht. Es ist eine Lebenseinstellung. Man muss bereit sein die Werte, die das Druidentum lehrt auch im Alltag zu leben und zu verinnerlichen. Sich im Bruderkreis einzufügen und fallen zu lassen und die tiefe Verbundenheit, die im Bruderkreis vorherrscht zu leben, anzunehmen und weiterzugeben.
Warum nennen wir uns Druiden
In den Druiden, der geistigen Führungsschicht der Kelten, sahen die Ordensgründer Wissenschaft, Kunst, Weisheit und Naturverbundenheit verkörpert. Zu einer Zeit, die von großen gesellschaftlichen Umwälzungen, romantischer Liebe zur Natur und einer neuen Sichtweise auf die eigene Geschichte geprägt war, erschien ihnen dieser Name als Symbol für persönliche Integrität und das Bestreben, Wissen und Weisheit zu erlangen. In unseren Logen wollen wir, ganz im Sinne der Philosophie der Aufklärung, die ethischen Grundlagen für ein Leben in Selbstbestimmung und Freiheit fördern – auch für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Sieben Ideale bilden den Kern druidischen Denkens und Handelns: Einigkeit, Frieden und Eintracht im Innern sowie die Brüderlichkeit aller Menschen, tätige Nächstenliebe, Menschenrechte und Toleranz als Ideale der Humanität im gesellschaftlichen Handeln. Der Orden fordert von uns die druidische Tat – nicht nur in der Geborgenheit unserer Logen, sondern auch bei Entscheidungen im Beruf und im täglichen Leben, bei Problemen oder Konflikten. Ob diese Entscheidungen auf tragfähigen ethischen Grundsätzen beruhen oder auf schlichten Vorurteilen, das ist für den Handelnden, auf sich allein gestellt, oft kaum zu erkennen. Zwar mögen uns die sieben historischen Weisungen dabei ein Stück weit helfen. Auch die Suche nach Wahrheit und Schönheit in Kunst und Kultur bringt uns in unserem Streben voran. Aber was gut und richtig ist, müssen wir uns in einer Welt, die sich ständig verändert, immer wieder neu erarbeiten. Druidisch zu handeln bedeutet, stets persönlich die Verantwortung für unser Tun zu übernehmen. Einige wichtige Voraussetzungen dafür sind Realitätssinn und Selbsterkenntnis, Autonomie und Mitgefühl. „Was soll ich tun?“ Eine Antwort auf diese Frage fällt in der konstruktiven Auseinandersetzung mit anderen Meinungen und Standpunkten leichter. Toleranz, vertrauensvolles Miteinander und brüderliche Hilfsbereitschaft in unseren Logen bilden dafür den Rahmen.
Gründung
Der Druiden Orden wurde 1781 in der Taverne „Old Kings Arms“ in der Poland Street in London gegründet. Dieses Lokal existiert bis heute an der gleichen Adresse und an der Fassade erinnert ein Schild an die Gründung des Ordens. Der Name des Ordens lautete „Ancient Order of Druids“ – kurz: AOD. Er ist der Mutterorden des neuzeitlichen Druiden-Ordens und breitete sich über die Grenzen des Vereinigten Königreiches hinaus aus. In die Vereinigten Staaten von Amerika gelangte er ab 1825 durch englische Auswanderer, die sich später vor allem wegen der großen räumlichen Trennung vom Mutterorden unter dem Namen United Ancient Order of Druids (UAOD) selbständig machten, aber mit dem gewohnten, auf dortige Verhältnisse übertragenen AOD-Ritual weiterarbeiteten.
1872 wurde die erste Loge in Deutschland – in Berlin gegründet. Die Dodona-Loge besteht bis heute.
